Instagram Direct — ein weiteres Messaging Tool aus dem Hause Facebook und ein weiteres Snapchat-Plagiat.

Täglich scrollen sich über 500 Millionen User im Instagram Feed durch Food-Porn, Cat-Content und Yoga-Posen. Bis zu 200 Millionen Menschen schauen sich täglich Instagram Stories an.

Was passiert aber, wenn dir die neue Uhr von Swatch so gut gefällt, dass du sie einfach haben mu$$$t?

Deinen Kommentar zum Post sieht die ganze Welt, das Unternehmen aber höchstwahrscheinlich nicht. Über eine Nachricht von dir erhält das Unternehmen nur eine Benachrichtigung, wenn es dir auch folgt. Das ist praktisch nie der Fall. Sprich: Deine Nachricht versandet ungelesen in der Inbox.

Nach Shopping Pins testet Instagram jetzt einen neuen Weg, um Unternehmen auf Instagram direkt zu kontaktieren: „Instagram Direct“.

 

Instagram testet Instagram Direct
Instagram testet Instagram Direct als standalone App.

Was ist Direct?

„Instagram Direct“ ist im Grunde die gute alte Inbox von Instagram, die es nun einfach als separate Messenger App zum Download gibt. Installieren Nutzer den Direct-Messenger, verschwindet die klassische Inbox aus der regulären Instagram-App. Mit einem Swipe kann man nun zwischen Instagram ohne Inbox und „Instagram Direct“ hin und her wechseln.

Der Test startet in Chile, Israel, Italien, Portugal, Türkei und Uruguay und ist aktuell noch nicht in der Schweiz verfügbar.

Sollte Instagram die neue Messenger-App weltweit lancieren, hätte Instagrams Mutterhaus Facebook über Nacht die dritte Messenger App neben Facebook Messenger und WhatsApp.

„Direct has grown within Instagram over the past four years, but we can make it even better if it stands on its own. We can push the boundaries to create the fastest and most creative space for private sharing when Direct is a camera-first, standalone app.“ so Shah weiter.

Das klingt vertraut, schliesslich hatte Facebook mit dem Launch von Facebook Messenger als separate App dieselbe Trennung von Messaging und Broadcasting vollzogen.

„On mobile, each app can only focus on doing one thing well.“ sagte CEO Mark Zuckerberg 2014.

 

Instagram Direct
Instagram Direct — 3 Screens, 3 Funktionen

Was kann Direct?

In der anfänglichen Test-Phase kann Direct nicht viel mehr, als Instagrams Inbox jetzt auch schon bietet.

„We wanted to give them tools that will help them stay on top of their relationships with customers, and prioritize important conversations.“ führt Susan Buckner Rose weiter aus.

Das Konzept erinnert stark an Snapchat. Mit dem bewährten Swipe kann man in Direct zwischen den übersichtlichen drei Screens hin und her wechseln.

  • Der Kamera-Screen lässt uns die Unterhaltung mit einem Bild starten oder fortsetzen (kommt uns sehr bekannt vor 👻).
    Alternativ kann man mit einem Pull Down aber auch einfache Text-Nachrichten verfassen.

  • Der Profil-Screen beinhaltet Einstellungen, den Wechsel zwischen Accounts und Links zu Instagram selber.

  • Die Inbox sammelt alle Nachrichten und hilft Unternehmen mit Nachrichten-Filtern und Quick-Replies (wie Kundenservice-Nummern oder Geschäftsadressen) den Kundenkontakt effizienter zu gestalten.

 

Für Instagram geht es dabei vor allem um eine stärkere Positionierung als Online-Shopping Plattform. Schon heute tummeln sich über 2 Millionen Werbetreibende monatlich auf InstagramUnd jeder Verkauf startet mit einem Gespräch.

So gesehen ist Instagram Direct eine logische Folge auf den Launch der Shopping Pins, mit denen User bequem und ohne Instagram zu verlassen, Produkte direkt aus Posts heraus kaufen können.

Jetzt kann man vor jedem Kauf den Kundenservice mit Fragen zum Produkt löchern.

 

Wer braucht Direct?

Ob Direct den Launch überlebt, steht zunächst aber in den Sternen. Wir erinnern uns noch an die Kritik und die Frustration nach dem Launch von Facebook Messenger. Aber mit 1.3 Billionen monatlichen Usern hat auch Messenger den schwierigen Start mehr als gut gemeistert und sich als Messaging-Plattform etabliert.

Bleibt nur abzuwarten, wann wir mit Instagram auch noch gratis telefonieren können.

Ach ja, Instagram (falls du grade mitliest) — wir würden uns noch Hologramme wünschen 😝