Aufschrei in der Social Media Welt: 50 Millionen Facebook Nutzerdaten an Cambridge Analytica verkauft. Nun wollen User ihre Accounts löschen — doch ihre Daten schützt das noch lange nicht.

Kaum ein Thema wurde in dieser Woche so heiss diskutiert wie dieses. Wisst ihr schon, was ich meine? Ich sag nur eins: #deletefacebook.
Na klingelt’s? Dacht’ ich mir doch. Dass Facebook immer wieder Datenlecks hat, ist eigentlich nichts Neues. Doch am Dienstag kam der Brüller ans Licht:

2014 sammelte der Wissenschaftler Aleksandr Kogan mit seiner Firma Global Science Research (GSR) mit einer Persönlichkeitsquiz-App User-Daten von mehr als 50 Millionen Facebooknutzern. Die App wurde von etwa 300.000 Personen heruntergeladen. Durch damalige Datenschutz-Bestimmungen erhielt Kogan jedoch Zugriff auf 50 Millionen Nutzerdaten — denn die Daten der Freunde wurden gleich mitgeliefert.

Unter der Bedingung, die Daten nur für Forschungszwecke zu nutzen, erlaubte Facebook das Prozedere der sammelfreudigen Forschungsfirma. Die Daten-Ernte begann — doch die wertvollen Daten sollen heimlich an Cambridge Analytica weiterverkauft worden sein.

Bereits 2015 soll Facebook den Verstoss bemerkt, aber nicht richtig gehandelt haben. Die Aufforderung an Global Science Research und Cambridge Analytica, die Daten umgehend zu löschen zeigte (natürlich) keine Wirkung. Das offizielle Statement von Mark Zuckerberg.

Der Druck ist gross, die Kritik laut. Whatsapp Mitgründer Brian Acton forderte die Welt mit einem sehr spartanischen Tweet auf, Facebook zu löschen und löste damit eine wahre Naturgewalt aus. Sein Hashtag #deletefacebook wurde am Mittwoch innerhalb von 2 h mehr als 10.000 Mal verwendet. Immer mehr User löschen nun ihren Facebook-Account.

Viele User brüsten sich auf Twitter nun damit und motivieren auch andere, das Gleiche zu tun. Wir fragen uns: Bringt es das wirklich? Es scheint, als würden die meisten vergessen, dass der gute Mark auch noch Instagram und Whatsapp besitzt. Einen einzigen Account zu löschen, gibt euch noch lange nicht eure Daten zurück… 

Eine Alternative wäre, auf andere Dienste umzusteigen — gerade an Whatsapp-Alternativen mangelt es nicht. Signal oder Telegram funktionieren im Prinzip gleich, haben jedoch noch eine kleine Nutzerzahl. Vor Kurzem flackerte die (mittlerweile verpönte) Vero-App auf. Doch das ist, spätestens nach den letzten Kritiken, als Instagram-Alternative bereits wieder gestorben.

Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickelt und wie Facebook aus der Sache herauskommt. Wir werden euch auf jeden Fall informieren.